Laufen. LAUFEN!

Er war im Lauf-Fieber. Ein Marathon – längst keine wirkliche Herausforderung mehr. Heiko trainierte gerade dafür, 80 Kilometer den Brocken heraufzulaufen. Bis seine Beine ihn eines Morgens nicht einmal mehr zur eigenen Wohnungstür brachten. Auf Knien öffnete er die Tür für den Notarzt. Diagnose: Schlaganfall. Noch auf der Intensiv-Station war eine der ersten Fragen: „Wann kann ich wieder trainieren?“

Was er nicht ahnte: Er würde noch verdammt viel trainieren müssen. Allerdings nicht für den Lauf auf die Bergspitze, sondern erst einmal für den Gang über den Flur der Rehaklinik. Er fiel in ein schwarzes Loch. „Ich hatte Angst und Ohnmachtsgefühle. Trotzdem gelang es mir, mich aufs Weitergehen zu konzentrieren. Genau wie früher wollte ich meine Ziellinie nicht aus den Augen verlieren. Und das Ziel hieß: Mich zurück in mein bisheriges Läufer-Leben kämpfen. Auch, wenn dies der längste Lauf meines Lebens werden sollte“, sagt Heiko heute, zwei Jahre nach dem Schlaganfall. „DNF is not an option“, heißt es oft unter Läufern. DNF steht für „Did not finish“, also „Das Rennen nicht beendet“. „DNF“ ist keine Option für Heiko.

Seine Geschichte hat er für einen Lauf-Blog aufgeschrieben: http://www.lauf-liebe.de/lauf-liebe-held_Heiko

„Hin und wieder sollten wir uns bewusst machen, wie dankbar wir sein dürfen. Dafür, dass wir morgens aus eigener Kraft aufstehen, uns auf das Fahrrad schwingen, die Laufschuhe, mit unseren Liebsten abends zusammensitzen können. Reicht das nicht aus, um zufrieden zu sein?“, schreibt er dort. „Brauchen wir mehr? Die neue persönliche Bestzeit, den fetteren Wettkampf, noch mehr Anerkennung? Das sollte jeder für sich entscheiden. Meine Prioritäten haben sich inzwischen verschoben.“