Ein genialer Anfang: mit Lego-Steinen Brot schmieren!!

Mit Lego-Steinen kann man sich tolle Hilfsmittel basteln…. Hier ein Hotdog-Brötchen halter:

Geniale Idee: mit Lego-Steinen Brot schmieren: mit einer Hand! Andreas Gartung, selbst Schlaganfall-Patient, hat das ausgedacht. 

Ich denke übrigens auch schon an andere Möglichkeiten, was man so bauen könnte für Einhänder: z.B. eine Halterung für einen Nagel-Klipser, sodass man eventuell so selbst Fingernägel schneiden kann…… oder als variables Frühstücksbrett zum halten von Toast, Brot usw.“

„Die Möglichkeiten sind unendlich“, sagte er und lacht.

„Hast du Kinder gehabt?“ frage ich. Andreas antwortet: „Hab keine Kinder. Aber ich bin kreativ und hab überlegt, aus welchem flexiblen Material ich etwas basteln könnte, um Brötchen festzuhalten – da fielen mir meine Lego-Steine aus meiner Kindheit ein (wie gut, dass meine Eltern nichts wegschmeißen)“

Cool, oder?

Andreas Gartung, Diplom-Kaufmann

Er sagt: „Hatte den Schlaganfall mitten im Studium. Hab’s danach noch abgeschlossen und bin Diplom-Kaufmann, aber ich finde keinen Job, leider. Ich geb jedenfalls nicht auf. Der Stroke war 12.1.2008. Da war ich 26…“

Wer hat einen Job für ihn?

PS: Mein Fachgebiet ist übrigens Marketing…. und meine Info ist übrigens http://job4andi.de/

Studienteilnahme in Hamburg gesucht

Winifried Backhaus aus dem UKE (Uniklinik Eppendorf) sucht noch 20 Schlaganfall-Patienten in und um Hamburg. Die Studie ist für euch, wichtig, finde ich. Für den einen oder anderen Schlaganfall-Patienten. Und Spaß hatte ich auch. Wunderbar? Mit dieser rechten Hand?? Cool!!! Wusste ich gar nicht! Das das geht! Aber es ging! Geil, sag ich euch!

Fakten zur Studie:
Titel: Der Einfluss der Schlafdauer auf das offline Lernverhalten bei implizitem und explizitem motorischem Lernen von gesunden jüngeren und älteren Personen, sowie bei chronischen Schlaganfall-Patienten.

Ziel: Herausfinden ob Mittagsschlaf das Lernen und Wiedererlernen von Bewegungen unterstützen kann.

Zielgruppe: Personen die einmalig einen Schlaganfall erlitten haben
Ort: Hamburg, Universitäres Schlafmedizinisches Zentrum
Zeitaufwand: ca. 6-10 Stunden; 3-5 Termine (vergütet mit einer Aufwandsentschädigung)

Studiendurchführung: Die Studie beinhaltet 2 unterschiedliche Bewegungsaufgaben (Joystick und Tastendruck), welche jeweils mit der mehr betroffenen Hand am Laptop durchgeführt werden.

Hierfür ist es wichtig, dass Sie mit Ihrer etwas umgreifen können. Bei einem ersten Termin lernen Sie das Schlaflabor und die Aufgaben kennen und ziehen ein Los. Anhand des Loses wird entschieden in welche Gruppe Sie kommen: 1) wach, 2) Power Nap 3) lange Schlafgruppe. Dann folgen für jede Aufgabe 2 Termine. Dafür würden wir Sie gegen Mittag in das Schlaflabor einladen.

Hier machen Sie eine Aufgabe am Laptop und haben Zeit für die Mittagsruhe (je nach Los, wach oder schlafen). Im Anschluss wiederholen Sie nochmals die Aufgabe am Laptop. Danach gehen Sie nach Hause und kommen am folgenden Tag, vormittags, nochmal in das Schlaflabor um die Aufgabe zu wiederholen. Wir vergleichen sowohl die Schlafgruppen, wieviel Verbesserung eine Schlafpause mit sich bringt, als auch die Verbesserung während des Nachtschlafs gegenüber dem Mittagsschlaf.

Häufige Fragen:
Was ist, wenn ich nicht schlafen kann? Kein Problem, die Studie bleibt vom Ablauf gleich, es wird so getan als hätten Sie geschlafen.
Werden Medikamente verabreicht? Nein. Wir bitten die Personen in den Schlafgruppen jedoch an dem Tag früher aufzustehen als gewöhnlich und morgens aktiv zu sein um einen Schlafbedürfnis aufzubauen.

An wen kann ich mich wenden? Frau Winifried Backhaus, schlafstudie.hamburg@gmail.com

1610913_970269859690007_7261913148319775777_n 10676231_970269963023330_4526286232797933417_n

Fünf Jahre Schlaganfall

Auf einmal sagte die Ergotherapeutin Diana Wolff (UKE) zu der Schlaftherapeutin Winifried Backhaus: Bestimmt kann sie das, mit dem Joystick nach links, rechts, hin und her verschieben mit der rechten Hand.

Gesagt, getan: das kann ich. Die Freude ist toll. Noch ein Stück Baustein! Und nicht so müde war ich!

Grandios, zum 5. Jahrestag an dem 3.3.2015 mit Schlaganfall.

Und soweit bin ich vor zweieinhalb Jahren gekommen: Dreirad-Wagen schieben mit rechts in Warwisch: fertig war ich da!  Was hab ich gestöhnt und gekeucht. Jetzt nicht mehr.

Toll, oder?

EXPERTEN-SPRECHSTUNDE ZUM WELTSCHLAGANFALL-TAG

Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Die gute Nachricht: 70 Prozent aller Schlaganfälle sind vermeidbar, wenn Risikofaktoren ausreichend bekannt sind und kontrolliert werden. Über die klassischen Empfehlungen hinaus gibt es viele neue Erkenntnisse.

Informieren Sie sich über alle Fragen rund um den Schlaganfall in unserer telefonischen Experten-Sprechstunde 05241 9770-0

  • am Mittwoch, 29. Oktober 2014
  • zwischen 18 bis 21 Uhr.

http://www.schlaganfall-hilfe.de/weltschlaganfalltag2014

Schlaganfall kann jeden treffen – auch bei uns!

Beide mit Aphasie und kennengelernt in der Reha Jesteburg. Was für eine schöne Geschichte über die Liebe von Birte und Jürgen. Sprachlos. Eine ganz besonders schöne Liebesgeschichte, die ganz ohne Worte begann. 

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Danke, das du es gemacht hast, Stephan von Kolson :) Viel Freude auf deinem neuen Weg bei Evangelische Kirche, Gesamtleitung Kommunikation des evangelischen Kirchentages (EKD). Herzlichen Glückwunsch!

Der Schaden ist ziemlich gross

Ich war zum MRT (Kernspintomographie) in der radiologischen Allianz im Quartier 21. Da wurde mein Kopf nach langer Zeit mal wieder untersucht. Ich hatte vorher grosse Angst, das ein zweiter Schlaganfall gewesen wäre. Zum Glück war das nicht so!

Die rechte Hirnhälfte ist zum Glück nicht beschädigt. Und völlig unauffällig. Aber links sieht man wieviel der Schaden kaputt gemacht hat. Der Schaden ist ziemlich gross. O weh! Wusste ich gar nicht, wieviel es ausgemacht hat! Er ist nicht nur ausgebreitet, sondern es geht auch in die Tiefe.

Ein in Scheiben geschnittener Kopf sieht schon komisch aus: bei dem Bild mit dem Pfeil sieht mein Gehirn aus wie ein grinsendes Gesicht :)

Der Schaden ist auf der linken Seite bei mir, da wo der rote Kringel ist. Im MRT sieht das anders rum aus.

Gut, das ich Ergo, Logo, Gruppe-Logo, Krankengymnastik, Aquatraining, Spiegeltherapie gemacht hab und machen noch immer, auch zu Hause.

Danke, Doktorchen, das du immer aufgeschrieben hast!

 

Ein ereignisreiches Wochenende

Die deutsche Schlaganfall-Hilfe hat, wie jedes Jahr, ein junges Schlaganfall-Treffen organisiert in Lobbach, das ist in der Nähe von Heidelberg.

Gut für mich: letztes Jahr war ich noch viel müder und konnte es weniger genießen. Und dieses Jahr bin ich länger aufgeblieben.

Ich bin am Donnerstag abend mit dem Bus nach Heidelberg gefahren. Das waren acht Stunden, und trotz meiner Thrombose-Strümpfe hab ich dicke Beine gekriegt. Klasse 1 sind die Strümpfe, also nicht so fest. Klasse 2 ist fester. Siehe Foto am nächsten Tag beim Liegerad fahren, so dick sind die Beine :(.

Das war schön und ich habe lange, bestimmt eine Stunde, ausprobiert. Mit Klaus Vogel, dem Mitarbeiter  der Firma Hasebikes.com. Er ist mitgekommen, auch auf dem Liegerad, mit steigenden Wegen. Mit dem leichten Liegerad, ist es nicht so unangenehm wie mit meinem Dreirad mit hohem Sitz in Hamburg. D
Die Po-Muskeln sind beim Liegerad auch aktiver.
Und auch mit dem rechten Arm und den Handmuskeln habe ich gelenkt! Bei dem Liegerad geht das richtig toll!

Mit dem rechten Zeigefinger und Mittelfinger hab ich die Bremse gegriffen und gebremst. Das ist für meine rechte Hand sehr schwer. Die Schulter und der Arm funktieren ja ganz gut, die Hand war ja ganz wenig nur. 2 oder 3 mal hat das geklappt!

Kettwiesel heisst das Liegerad. Das hätte ich so gerne! Leider kostet es 2.699 Euro, bei eBay ist es günstiger. Klaus Vogel sagt, dass die Barmer vielleicht ein Teil bezahlt. Das will ich auf jeden Fall versuchen!

Claudia Scheer hat mit uns Entspannungsübungen für Körper und Geist gemacht. Für mich war das Klasse! Das waren 3 Stunden mit riechen, schmecken, fühlen und dann Augen zu. Das tut meiner Seele gut!

Auf diesem Foto kann man ein Ei und eine Glaskugel sehen. Ich hatte

meine Augen zu, Claudia Scheer hat die Glaskugel in meine rechte Hand gelegt. Ich habe gefühlt, dass das nicht so schwer war. Da ist die rechte Hand ganz leicht komplett aufgegangen. Die Kugel ist runter gefallen – dir war wohl doch schwerer als ich dachte :)

Beim zweiten Mal hat die Spastik sich nicht mehr gelöst.

Auch Ulrike Dickenhorst als möchte ich noch erwähnen. Nächstes Jahr werde ich noch berichten, wie das heute vor einem Jahr war, und jetzt.

Insgesamt hat mir das Treffen wohl getan. Auf dem Rückweg hab ich das  Glück gehabt, das liebe Leute aus Hamburg mich mitgenommen haben im Auto.

Mein Kopf war völlig wirr

Es gibt verschiedene Aphasie-Arten, je nachdem wie viel und welches Hirngewebe geschädigt wurde. Ich berichte wie es bei mir war.

Am 3.3.2010 bin ich am frühen Morgen bei Christa Möck, meiner Krankengynmastin, umgekippt.  Erst mit dem rechten Arm, dann bin ich umgekippt, dann das rechte Bein, dann weiss ich nicht mehr…. bis auf das: Scheisse, Scheisse, Scheisse hab ich gesagt, dann war ich weg…

Zum Glück hat Christa Möck schnell reagiert und Birgit Muth, eine Frauenärztin, und ihre Kollegen, die ihre Praxis im gleichen Haus hat geholt.

Ich wurde schnell ins UKE gebracht, wo der Schlaganfall behandelt wurde. Ich kann mich an die ersten Wochen nicht mehr erinnern :(

Mein rechter Arm und mein rechtes Bein waren komplett gelähmt.

Mein Kopf war völlig wirr. Ich konnte nicht sprechen und die Menschen um mich herum nicht verstehen.

Nach drei Wochen im UKE kam ich zu einer Reha in das Therapiezentrum Waldklinik Jesteburg. Da war ich ganze fünf Monate und hatte Ergotherapie, Krankengymnastik, Logopädie, grosse Gruppe, Massage, Fitness-Studio, Bobath über ein Wochenende, Neurologische Besprechung und Malen (das ist sehr wichtig – ich kann ja nicht sprechen).

Meine Freunde sind immer da! Eis-Essen, Grillen mit meinem Grill, Wald sehen, einfach dasein! Zum Beispiel aus Bielefeld und Wangen.

Und ich musste noch viel schlafen, was typisch ist nach einem Schlaganfall.

In meinen Therapien habe ich das Laufen gelernt. (damals war ich noch immer im Rollstuhl unterwegs) und das Sprechen. Funktionswörter (z.B. Artikel, Präpositionen…) habe ich meist weggelassen. Und ich konnte nur ganz einfache Sätze sagen. Das war sehr frustrierend.

Mein Sprachverständnis war und ist aber viel besser, ich konnte Gespräche schon gut folgen.

Oft fiel es mir schwer das Wort, was ich sagen wollte zu finden. So wie wenn Euch ein Wort „auf der Zunge“ liegt, ihr aber einfach nicht drauf kommt. Nur 1 Millionen mal am Tag.

Das kann man sich vorstellen, wie einen Schrank, mit vielen, vielen Schubladen. Ich habe alle Wörter noch, aber das Abrufen, also die richtige Schublade zu greifen, fällt mir schwer! @Mthie, verstehst du das jetzt? :)

Am 10.8.2010 durfte ich endlich nach Hause, Zaliha Yanikomeroglu hat mich abgeholt, und Martina Pickardt war mit mir einkaufen, und Michael Nordmeyer hat Besorgung für mich gemacht. Ich war total alle, meine Helfer haben mir toll geholfen! Danke!

Die Treppen zu meiner Wohnung im 1. Stock waren eine Herausforderung, aber ich war superfroh zu Hause zu sein!.

Ich hab dann mit meinen Therapien gleich am zweiten Tag losgelegt. Krankengymnastik weiterhin bei Christa Möck, Ergotherapie bei Iris Neuhoff und Logopädie bei Anna Craston und Sabina Köhler.

Außerdem geh ich schwimmen und ich engagiere mich bei Kiss für junge Leute nach Schlaganfall.

Seitdem hab ich mich stetig verbessert :) Den Rollstuhl brauche ich eigentlich gar nicht mehr. Lange Strecken sind aber noch anstrengend. Ich bin nicht schnell genug :) Das macht mich HIPPELIG.

Inzwischen hab ich meistens ganze Sätze, Wortfindung ist schon besser geworden:( aber noch immer ganz schön schwer. Ich dachte wirklich auch das es in zwei Jahren ganz schnell alles fertig ist.

Schulter, Oberarm und Ellenbogen der rechten Seite funktionieren wieder gut. Handgelenk und Finger kann ich schon leicht bewegen, aber das ist unheimlich schwierig! Wenn ich angespannt bin, dann ist es noch schwerer! Davon bin ich noch mehr gestresst. Warum? Weiss ich nicht. Komisch, oder?

Dann ich als einzige: den Müll rausbringen. Weil, das ist immer noch schwer, aus dem 1. Stock. Danke an alle anderen für die supertolle Hausgemeinschaft!! Wirklich wahr!

Danke an alle Leute, die Zuckerhunde unterstützt haben, Bärbel, Katja und Martin und alle anderen! Und an Beate, die uns so lieb mit ihrem Auto ein Wochenende nach Hause begleitet hat. Von Kerstin von Greenpeace und alle anderen. Und Mama, Papa und Kiki, sie wussten es nicht…. 12 Tage am einem Sonntag um 16 Uhr, da wussten sie es (ich kann ja nicht reden!)

So bin ich jetzt. An manchen Tagen bin ich voller Lebensfreude und eine Kämpferin (sagt Anna und die Twitter und Facebooker und alle), an anderen Tagen kann ich nur kotzen.

DANKE, DASS IHR FÜR MICH DA WART UND IMMER NOCH SEID!!!

Danke für die Stroke-Unit, danke an die UKE-Leute, danke an die aus dem Jesteburg, danke an Daniela, danke an Christa, Anna, Sabine, Iris, danke Rettungsteam, Dr. Hansen & Team, Dr. Petersen! Ihr seid stark und ich geb niemals auf (hoffentlich)!

Birte Oldenburg & Anna Craston