Flash – ein Wunder!


„Die Dame hat ein hübsches Kleid, geht mit einem Hut in das Konzert… und Zack ist der Hut ist weg wegen eines Sturmes. Gott sei dank hat sie den Hut wieder, und sie kriegt den Bus zu dem Konzert.“

Einfach nur sprechen, ohne Notizen. Laaaaaangwierig

Einfach nur sprechen, ohne Notizen. Laaaangwierig

Das Strukturieren der Geschichte war sehr langwierig, aber so lang ist der Text doch gar nicht! Ohne Notizen, ich habe einfach nur erzählt.

Das heißt: Im Text (Bild 1) gibt es wenig Struktur und viele Satzteile die nicht nötig waren. Und Satzanfänge oh Graus. Das ist zwar richtig toll für ein Aphasiker!

Aber jetzt möchte ich mehr (nach 10 Jahre Schlaganfall mit mehr als 1000 Stunden und selbstständiges Üben). Ich werde bloggen und eine Kolumne schreiben – für eine bessere Struktur und einen schönen Satzbau. Packen wir es an! Auf dem Weg dahin nutze ich mein journalistisches Werkzeug! Das ist ein bisschen eingestaubt! :-)

Erzählungen mit Stichpunkten cooler schon!

Deshalb machen wir, die Anne, Logopädin, und ich: Erzählungen über die Obdachlosen mit Strichpunkten! Die Formulierung ist gut, die Wortstellung im Satz ist manchmal schwierig, – aber es kommt und wird strukturierter.

Was will man mehr? Das ist heute nach fast 10 Jahren mit Aphasie ein Anfang. Endlich!

Endlich kann ich das was ich vermitteln will, aussprechen! Ich bin Flash irre Stolz! Das kann man sich gar nicht vorstellen, was das bedeutet für mich. Aber geschafft ✔️ Ein Wunder!

Ich kann als Redakteurin wieder:

Ich möchte wieder Redakteurin sein! Soweit bin ich, das ist gut zu verbinden mit Madoo.net (Rückmeldungen von der Seite mit mir zu machen) und Logopaedie.me (als Kolumne). Danke, Alex! Danke, Anne! Nach fast 10 Jahren harte Arbeit und mehr als 1000 Stunden mit der Logopädin: ich kann wieder starten! Das freut mich so sehr!

Klar, mit der Logopädie zusammen ein Stück. Das was sie sagt, und dann ich. Sabine Köhler sagt, die Chefin von der Logopädie: „das schaffst du“ und Dr Hansen sagt „ganz toll“ und tippt in dem Computer. Danke, Alex Fillbrandt, der Logopäde aus Wien, und er ist Nerd. So wie ich. Perfekt, oder? Ab 5.3.2020 fange ich wieder an.

* Viel darüber nachdenken was bzw wie ich etwas sagen möchte, 

* schriftlich, weil ich das besser strukturieren kann, bevor ich jemanden anrufe,

* Ich muss mir vorher Notizen machen,

* Wenn ich etwas schreibe, dann muss ich das nochmal liegen lassen, und nach 10 Minuten nochmal zu kontrollieren,

* visuell sehen ich kann mir das besser merken, wenn ich das visuell sehen kann. 

* Wenn ich einen langen Text ohne Absätze lese, dann ist das schwierig für mich,

* Aber stolz was ich geschafft habe für mehr als 1000 Stunden,

* Wenn ich einen langen oder ungewöhnlich (Satzbau) Satz höre oder lese, brauche ich manchmal etwas länger, und muss über den Satz nachdenken,

* Oft geht es nicht, weil ich teile von dem Satz vergessen habe (kurz-Kurzzeit-Gedächtnis),

* Kompromisse finden – das ist das Wort (z. Bsp. Dinge schriftlich anfordern),

* Wenn sie Stress haben, oder Dinge schnell machen (im Moment, das mache ich bei der Logo) dann brauche ich erstmal einen Kaffee) da fehlt die Struktur (noch),

* in Gedanken mitten drin beim aufschreiben. Leser bzw. Zuhörer kann meine Gedanken nicht mehr folgen, weil ich das nicht nicht einleitend sage (daran üben wir),

* Meine Gedanken sind geordnet (oder auch nicht) nur das was ich sage ist nicht immer vollständig, weil ich in der Mitte anfange, das zu erzähle

* Aber Pressekonferenz hören und dann aufschreiben – das geht nicht.

Aphasie: Wege aus dem Sprachdschungel

Wortfindung und Textgrammatik: daran üben wir verstärkt. Besonders der Anfangsbuchstabe scheint mir zu helfen, die Wörter besser benennen zu können. Oft kann ich die Buchstaben richtig in die Luft zeichnen, sagt die Logopädin Ende letzten Jahres. Nebensätze bilde ich mittlerweile besser.

An der Textgrammatik will ich vollständige Sätze schreiben und beim Thema bleiben beim Trinken von Matcha-Tee. Aber es gelingt mir besser, als nur Satzfregmente (das ist Broca-Aphasie) vollständig zu schreiben. Wir üben dran!

Auffällig ist die reduzierte Hören und Verarbeiten der Merkfähigkeit. Ich kann die auditiv angeboten Wörter oder Zahlen (Items) im Ultrakurzzeitgedächtnis speichern (0,1 – 2 sec) und direkt wiedergegeben bzw wiederholen. Wartet sie einige Sekunden mehr, und wirkt ihr Gedankenprozess eventuell noch von anderen Sachen unterbrochen, kann sie nicht mehr alle oder manchmal sogar gar keinen Wörter oder Zahlen wiedergeben.

Deshalb gehe ich zur Magnetresonanztomografie (MRT) für den Kopf, es muss abgeklärt werden, ob da was ist: „Zustand nach großen li-Insult, jetzt Hemi re, jetzt abnehmende Gedächtnisleistungen, MRT Kopf erbeten“ schreibt Dr Hansen auf die Überweisung für den 17.2.2020 bei der Radiogischen Allianz.

Drei Wörter hören und nach ein paar Sekunden oder einer Unterbrechung weiß ich mit mehr alle, vieles gar keins.

Das Kurzzeitgedächtnis ist wichtig für den Arbeitsspeicher.

Weil hören und was wiedergeben ist schwierig“, sagt die Logopädin.