Schriftsprache mit Feinschliff frei erzählt

Ich hab einen Schlaganfall mit Broca-Aphasie. Die Schriftsprache hilft, in dem freien Artikel einen Fehler zu entdecken. Bei mir ist die Schriftsprache ein großer Faktor des sprachlichen Feinschliffes! Ich muss es mehrfach laut lesen, dann sehe ich das leichter. Die Schriftsprache mehrfach benutzen, um besser zu erzählen zu können. Je häufiger ich das übe, umso besser wird auch meine Spontansprache. Mal sehen! Ich schätze ein halbes Jahr und dann kontrollieren wir, ob es wirklich geholfen hat. Bestimmt!

Auch wenn es bei der Übung nicht ums Schreiben geht, aber die Dinge aufzuschreiben und dann nochmal zu lesen, hilft mir, besser schreiben und hoffentlich besser sprechen zu können.

Falsch: „vielleicht wir fahren am Bach Fahrrad fahren“

Das ist der Hammer! Frei erzählt ist der Satz so: „vielleicht wir fahren am Bach Fahrrad fahren…“. Dann habe ich das gelesen und korrigiert: „ Vielleicht fahren wir Fahrrad an dem Bach.“

In der Spontansprache sind viele Wörter verdreht. Durch das Lesen kann ich sie korrigieren und die Sätze richtig bilden.

Ich muss also JEDE Nachricht, JEDE E-Mail nochmal laut und mehrmals lesen, bevor sie versendet wird, um den Fehler zu entdecken.

Ich habe das unbewusst schon bei Facebook und Twitter gemacht. Die Sprache wieder gut zu sprechen, das ist mein Traum! Hoffnung: Dass ich endlich wieder leicht reden kann.

Spontansprache: Mit Stichworten eine Geschichte erfinden

 

Ich kann als Redakteurin wieder:

Ich möchte wieder Redakteurin sein! Soweit bin ich, das ist gut zu verbinden mit Madoo.net (Rückmeldungen von der Seite mit mir zu machen) und Logopaedie.me (als Kolumne). Danke, Alex! Danke, Anne! Nach fast 10 Jahren harte Arbeit und mehr als 1000 Stunden mit der Logopädin: ich kann wieder starten! Das freut mich so sehr!

Klar, mit der Logopädie zusammen ein Stück. Das was sie sagt, und dann ich. Sabine Köhler sagt, die Chefin von der Logopädie: „das schaffst du“ und Dr Hansen sagt „ganz toll“ und tippt in dem Computer. Danke, Alex Fillbrandt, der Logopäde aus Wien, und er ist Nerd. So wie ich. Perfekt, oder? Ab 5.3.2020 fange ich wieder an.

* Viel darüber nachdenken was bzw wie ich etwas sagen möchte, 

* schriftlich, weil ich das besser strukturieren kann, bevor ich jemanden anrufe,

* Ich muss mir vorher Notizen machen,

* Wenn ich etwas schreibe, dann muss ich das nochmal liegen lassen, und nach 10 Minuten nochmal zu kontrollieren,

* visuell sehen ich kann mir das besser merken, wenn ich das visuell sehen kann. 

* Wenn ich einen langen Text ohne Absätze lese, dann ist das schwierig für mich,

* Aber stolz was ich geschafft habe für mehr als 1000 Stunden,

* Wenn ich einen langen oder ungewöhnlich (Satzbau) Satz höre oder lese, brauche ich manchmal etwas länger, und muss über den Satz nachdenken,

* Oft geht es nicht, weil ich teile von dem Satz vergessen habe (kurz-Kurzzeit-Gedächtnis),

* Kompromisse finden – das ist das Wort (z. Bsp. Dinge schriftlich anfordern),

* Wenn sie Stress haben, oder Dinge schnell machen (im Moment, das mache ich bei der Logo) dann brauche ich erstmal einen Kaffee) da fehlt die Struktur (noch),

* in Gedanken mitten drin beim aufschreiben. Leser bzw. Zuhörer kann meine Gedanken nicht mehr folgen, weil ich das nicht nicht einleitend sage (daran üben wir),

* Meine Gedanken sind geordnet (oder auch nicht) nur das was ich sage ist nicht immer vollständig, weil ich in der Mitte anfange, das zu erzähle

* Aber Pressekonferenz hören und dann aufschreiben – das geht nicht.

Aphasie: Wege aus dem Sprachdschungel

Wortfindung und Textgrammatik: daran üben wir verstärkt. Besonders der Anfangsbuchstabe scheint mir zu helfen, die Wörter besser benennen zu können. Oft kann ich die Buchstaben richtig in die Luft zeichnen, sagt die Logopädin Ende letzten Jahres. Nebensätze bilde ich mittlerweile besser.

An der Textgrammatik will ich vollständige Sätze schreiben und beim Thema bleiben beim Trinken von Matcha-Tee. Aber es gelingt mir besser, als nur Satzfregmente (das ist Broca-Aphasie) vollständig zu schreiben. Wir üben dran!

Auffällig ist die reduzierte Hören und Verarbeiten der Merkfähigkeit. Ich kann die auditiv angeboten Wörter oder Zahlen (Items) im Ultrakurzzeitgedächtnis speichern (0,1 – 2 sec) und direkt wiedergegeben bzw wiederholen. Wartet sie einige Sekunden mehr, und wirkt ihr Gedankenprozess eventuell noch von anderen Sachen unterbrochen, kann sie nicht mehr alle oder manchmal sogar gar keinen Wörter oder Zahlen wiedergeben.

Deshalb gehe ich zur Magnetresonanztomografie (MRT) für den Kopf, es muss abgeklärt werden, ob da was ist: „Zustand nach großen li-Insult, jetzt Hemi re, jetzt abnehmende Gedächtnisleistungen, MRT Kopf erbeten“ schreibt Dr Hansen auf die Überweisung für den 17.2.2020 bei der Radiogischen Allianz.

Drei Wörter hören und nach ein paar Sekunden oder einer Unterbrechung weiß ich mit mehr alle, vieles gar keins.

Das Kurzzeitgedächtnis ist wichtig für den Arbeitsspeicher.

Weil hören und was wiedergeben ist schwierig“, sagt die Logopädin.

Deutlich: Schriftsprache und mündliche Sprache

Kommunikationsfähigkeit – endlich komme ich dahin durch meine Sprachstörung. 739 Stunden Logopädie, und noch nicht fertig. Wahnsinn!

Leider immer noch in emotionalen Momenten, oder superwichtigen Inhalten verzichte ich komplett  auf den sprachlichen Austausch oder noch nicht sicher abzurufen.

(Sie meint mich, glaub ich:) in diesem Sinne: weiterkämpfen.

„Die Sprache schriftlich ist super, also fast. Nur noch mündlich, das hakt, und zwar ziemlich doll. Bleiben wir dran im nächsten Jahr.“

„Schön, dass du das so sehen kannst. Toll! Auf das nächste Jahr mit guten Fortschritten:-)“ sagt Maren, die Logopädin.

Machen wir. Zusammen mit ab und zu zwei Aphasikerinnen, die Z. und mir. Vielleicht noch eine zweite Therapeutin. Auf dem Weg zur mündlichen Sprache. Bitte!

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Packen wir es an!

In die freie Kommunikation will ich es schaffen. Tja, bitte möglichst frei sprechen. Nach 476 Logopädische Stunden muss doch das möglich sein? Leichte Verbesserungen sagt die Maren. Noch nicht perfekt. Unerhört :)

Aber so weit bin ich: Bestellungen, Reklamationen und Behördengänge, das merke ich auch, sind besser geworden. „Sprachlich vorbereitet und im Anschluss reflektiert“ sagt Maren.

Und wirklich wahr: in emotionalen und stressigen Momenten nix rauszukriegen. Maren sagt: „noch häufig NOCH sehr unsicher wird“

Packen wir es an!

PS: allein gelesen, allein geschrieben, allein in der Blog eingestellt. Mal sehen, was Maren dazu sagt am Donnerstag :)

Lernen und üben in der Praxis und ausserhalb

„Birte Oldenburg ist hoch motiviert, ihre sprachlichen Schwierigkeiten zu verbessern. So dass sie innerhalb einer Woche mehrere Übungsblätter bearbeitet“ sagt Maren , Logopädin in der Praxis. Und so weiter: lest es :-)

Ich denke, das ich einen zweiten Korb für die logopädische Praxis in 4 1/2 Jahren brauche :-)