Nicht mehr greifen mit links

Unter der Dusche merkte sie plötzlich, dass sie mit der linken Hand nicht mehr richtig greifen konnte – als Linkshänderin. Doch sie hatte keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Die kleine Tochter wartete im Kindergarten auf sie. Am nächsten Tag ging Julia zu ihrer Hausärztin. „Sie äußerte sogar den Verdacht auf Schlaganfall, gab mir aber trotzdem keine Überweisung in die Klinik. Als gesunde 29-Jährige entsprach ich nicht der typischen Risikogruppe“, erzählt Julia. Ihr Mann und ihre Schwester drängten trotzdem dazu, in die Klinik zu fahren. Zum Glück: Das Bild der MRT-Untersuchung zeigte gleich mehrere Schlaganfälle in der rechten Gehirnhälfte. „Abgesehen von den Schwierigkeiten mit meinem Arm und vereinzeltes Verwechseln von Wörtern sind die typischen Schlaganfall-Symptome erst ein paar Tage später aufgetreten. Da kam plötzlich die verlangsamte Sprachstörung und die Hemiparese dazu.“

Sie hat gerade angefangen, ein Buch über ihre Erlebnisse zu schreiben – und möchte damit ein Zeichen setzen. Vor allem für betroffene Mütter mit kleinen Kindern. „Es fing damit an, dass es keine auf Schlaganfälle spezialisierte Reha gab, zu der ich meine Tochter mitnehmen konnte. Mein Mann musste arbeiten und konnte sich auch nicht wochenlang frei nehmen, um auf sie aufzupassen. Also kam ich in eine neurologische Reha, die eigentlich auf Patienten mit Multipler Sklerose ausgerichtet ist. Dort konnte meine Tochter wenigstens mitkommen und in den örtlichen Kindergarten gehen.“ Das blieb nicht die einzige Hürde: Derzeit kämpft sie für einen Fahrdienst, der die Tochter von dem etwas abgelegenen Haus der Familie in den Kindergarten bringen kann. Julia darf noch nicht wieder Auto fahren.

„Einerseits ist es schwierig, sich nach dem Schlaganfall auch noch um ein kleines Kind zu kümmern. Andererseits bin ich unfassbar froh, dass ich sie habe. Ich weiß, ich kann mich nicht hängen lassen“, erzählt Julia. Über den Schlaganfall haben die Eltern von Anfang an offen mit ihrer Tochter gesprochen – auch, dass die Mama nach dem „Feuerwerk im Kopf“ (so auch der Buchtitel) alles etwas langsamer macht oder nicht mehr die richtigen Worte findet. „Wenn ich Waschmaschine statt Spülmaschine sage, korrigiert sie mich sofort“, sagt Julia lachend.

Vor kurzem hatte Julia einen TIA, eine Art kleinen Schlaganfall. Sie ging morgens zum Arzt und mittagsmusste sie den Krankenwagen rufen. „Mama geht zum Arzt und kommt erstmal nicht zurück. Das hat unsere Kleine jetzt schon zwei Mal erlebt und dadurch große Verlustängste.“ Julia hofft, dass die Ursache für die Schlaganfälle noch gefunden wird – und nicht noch ein Schlaganfall folgt.

Danke, deutsche Schlaganfall-Hilfe

Fabian: ich hatte schon einen Schlaganfall im Bauch meiner Mama

Kalenderblätter mit den Wochenzahlen und mit den Feiertagen, von Schleswig-Holstein zu Bayern unterschiedlich, klar. Aber mit Aphasie sind die Zahlen und Wochenzahlen wichtig. Das weiß ich von meiner Broca-Aphasie (Sprachstörung). Mit „Ich setze ein Zeichen! – Schlaganfall kann jeden treffen“ setzt die Schlaganfall-Hilfe fort: Danke, Fabian!

Die rechte Hand funktioniert nicht so gut. Greifen fällt ihm schwer. Na und? „Ich kenne das nicht anders, deswegen ist das für mich normal“, sagt Fabian. Irgendwelche Tricks und Kniffe findet er schließlich meistens, um sein Handicap auszugleichen.

https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/mitmachen/kampagne-zeichensetzer/

Nur in der Pause auf dem Schulhof kann er nicht mitmachen, wenn seine Klassenkameraden die Klettergerüste erklimmen. Fabian nimmt’s gelassen: wenn ihn jemand auf seine Behinderung anspricht, erzählt er offen, was passiert ist: „ich hatte einen Schlaganfall, schön im Bauch meiner Mama.“

Er kennt die Geschichten, die seine Eltern ihm von seiner Geburt erzählt haben: „Sie brauchen ihn nicht zu stillen, er kann sowieso nicht trinken“, hatten die Ärzte seiner Mutter gesagt. Sie probierte es trotzdem – und er trank.

Die unzähligen Therapiestunden sind für Fabian ein selbstverständlicher Teil seiner Kindheit. Er macht bei der Kampagne „ich setze ein Zeichen“ mit, um anderen zu zeigen, dass auch schon als Kinder einen Schlaganfall bekommen können.

Und weil es ein kleines Abenteuer ist: der Filmdreh in Hamburg war toll. Es ist spannend, mich im Fernsehen zu sehen.“

Danke, Schlaganfall-Hilfe.de

Erfahrungsaustausch 2015

Jedes Jahr fahre ich hin zu der Stiftung deutsche Schlaganfall-Hilfe. Ich war in Ekner bei Berlin, in Lobbach bei Heidelberg, und jetzt fahre ich mit dem Zug (rund Luftlinie 618,94 Kilometer) am Ammersee bei München. Auf 3 wundervolle Tage am  Ammersee, ganz nach dem Motto “Back to Nature“.

Ich fahre dahin, weil jedes Jahr wir arbeiten zusammen über viele Fragen, Geschichten und Spass wir sprechen. Das verbindet uns und stärkt uns. Tolle Idee und Hoffnungen wir haben.

Auch wenn Sie nicht betroffen sind: Vielleicht gehören auch Sie bald zu den Menschen und Organisationen, die uns unterstützen?

Das gibt Auftrieb und Verstärkung für neue Ideen.

Sandra Rösemeier, Projektleitung „Junger Mensch und Schlaganfall“ erreichen Sie über E-Mail Sandra.Roesemeier@Schlaganfall-Hilfe.de oder über Telefon: 0524197700

Bitte unterstützten Sie junge Betroffene mit einer Spende! Spendenkonto 50, Sparkasse Gütersloh, BLZ 47850065, IBAN DE80 4785 0065 0000 0000 50, BIC: WELADED1GTL. Stichwort: Junger Mensch

Ich und die anderen würden uns wirklich sehr freuen über die drei Tage oder mehr zu helfen! Dankeschön!

 

EXPERTEN-SPRECHSTUNDE ZUM WELTSCHLAGANFALL-TAG

Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Die gute Nachricht: 70 Prozent aller Schlaganfälle sind vermeidbar, wenn Risikofaktoren ausreichend bekannt sind und kontrolliert werden. Über die klassischen Empfehlungen hinaus gibt es viele neue Erkenntnisse.

Informieren Sie sich über alle Fragen rund um den Schlaganfall in unserer telefonischen Experten-Sprechstunde 05241 9770-0

  • am Mittwoch, 29. Oktober 2014
  • zwischen 18 bis 21 Uhr.

http://www.schlaganfall-hilfe.de/weltschlaganfalltag2014

Schlaganfall kann jeden treffen – auch bei uns!

Beide mit Aphasie und kennengelernt in der Reha Jesteburg. Was für eine schöne Geschichte über die Liebe von Birte und Jürgen. Sprachlos. Eine ganz besonders schöne Liebesgeschichte, die ganz ohne Worte begann. 

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Danke, das du es gemacht hast, Stephan von Kolson :) Viel Freude auf deinem neuen Weg bei Evangelische Kirche, Gesamtleitung Kommunikation des evangelischen Kirchentages (EKD). Herzlichen Glückwunsch!

Ein ereignisreiches Wochenende

Die deutsche Schlaganfall-Hilfe hat, wie jedes Jahr, ein junges Schlaganfall-Treffen organisiert in Lobbach, das ist in der Nähe von Heidelberg.

Gut für mich: letztes Jahr war ich noch viel müder und konnte es weniger genießen. Und dieses Jahr bin ich länger aufgeblieben.

Ich bin am Donnerstag abend mit dem Bus nach Heidelberg gefahren. Das waren acht Stunden, und trotz meiner Thrombose-Strümpfe hab ich dicke Beine gekriegt. Klasse 1 sind die Strümpfe, also nicht so fest. Klasse 2 ist fester. Siehe Foto am nächsten Tag beim Liegerad fahren, so dick sind die Beine :(.

Das war schön und ich habe lange, bestimmt eine Stunde, ausprobiert. Mit Klaus Vogel, dem Mitarbeiter  der Firma Hasebikes.com. Er ist mitgekommen, auch auf dem Liegerad, mit steigenden Wegen. Mit dem leichten Liegerad, ist es nicht so unangenehm wie mit meinem Dreirad mit hohem Sitz in Hamburg. D
Die Po-Muskeln sind beim Liegerad auch aktiver.
Und auch mit dem rechten Arm und den Handmuskeln habe ich gelenkt! Bei dem Liegerad geht das richtig toll!

Mit dem rechten Zeigefinger und Mittelfinger hab ich die Bremse gegriffen und gebremst. Das ist für meine rechte Hand sehr schwer. Die Schulter und der Arm funktieren ja ganz gut, die Hand war ja ganz wenig nur. 2 oder 3 mal hat das geklappt!

Kettwiesel heisst das Liegerad. Das hätte ich so gerne! Leider kostet es 2.699 Euro, bei eBay ist es günstiger. Klaus Vogel sagt, dass die Barmer vielleicht ein Teil bezahlt. Das will ich auf jeden Fall versuchen!

Claudia Scheer hat mit uns Entspannungsübungen für Körper und Geist gemacht. Für mich war das Klasse! Das waren 3 Stunden mit riechen, schmecken, fühlen und dann Augen zu. Das tut meiner Seele gut!

Auf diesem Foto kann man ein Ei und eine Glaskugel sehen. Ich hatte

meine Augen zu, Claudia Scheer hat die Glaskugel in meine rechte Hand gelegt. Ich habe gefühlt, dass das nicht so schwer war. Da ist die rechte Hand ganz leicht komplett aufgegangen. Die Kugel ist runter gefallen – dir war wohl doch schwerer als ich dachte :)

Beim zweiten Mal hat die Spastik sich nicht mehr gelöst.

Auch Ulrike Dickenhorst als möchte ich noch erwähnen. Nächstes Jahr werde ich noch berichten, wie das heute vor einem Jahr war, und jetzt.

Insgesamt hat mir das Treffen wohl getan. Auf dem Rückweg hab ich das  Glück gehabt, das liebe Leute aus Hamburg mich mitgenommen haben im Auto.